• Hip, Hipster, Hurra – und vorbei

    by  • 15. März 2013 • Kunst und Design • 0 Comments

    Modetrend Hipster

    by david_shankbone

    Wie konnte das passieren? Sie wollten individuell und nicht Mainstream sein. Sich absetzen, indem sie sich anders, etwas extravagant und einen Tick ironisch kleiden. Was kam, waren Skinny Jeans (je enger, desto besser), Holzfällerhemd, Hornbrille und Jutebeutel. Aber auch die grobe Strickjacke von Opa in Kombination mit V-Neck-Shirt wurden zum Trend – öhm, ich meine: zum kreativen und individuellen Style erklärt. Das anziehen, was so wenige wie möglich tragen, lautete die Devise. Das ging gänzlich nach hinten los und alsbald trat ein ganzes Völkchen in diesem Look auf. Sie nannten sich von da an Hipster – nein, Moment: Sie suchten sich Leute, die so aussahen wie sie, und nannten jene Hipster, stritten selbst aber vehement ab, ein solcher zu sein. Ja, so war das und ist es den Szenevierteln vieler Städte immer noch.

    Opas Kleiderschrank, Flohmärkte, SecondHand- und Vintageläden

    …symbolisierten einst das Shoppingparadies des Hipsters – dort bekam er Ausgefallenes, Freakiges und so Retrozeugs. Längst aber haben heute auch die großen Modehäuser der Innenstädte begriffen, worum es geht und ihr Sortiment entsprechend erweitert. Wer heute also noch Hipster werden will, muss kaum suchen – die Schaufenster von Hennes&Mauritz, Zara und Co. präsentieren den kompletten Look von Kopf bis Fuß für ebenso wenig Geld wie auf Flohmarkt und Co. Auch hier leben alte Trends wieder auf und werden neu vermarktet. Jetzt sehen alle gleich aus, nichts mit individuell.

    Ist der Hipster tot?

    Hochburg des Hipster-Daseins war und ist Berlin. Hier wurde schon früh und fleißig an dem Klischeebild gearbeitet. Aber Berlin ist mindestens genauso schnell zur Hauptstadt der Hipster-Hasser geworden. Die pseudoindividualistische Figur oder Gruppe, die sich ausschließlich über ihre Klamotten und Konsumverhalten definiert, ist hier nicht willkommen. Der Hipster wird vom Hipstar ausgelacht. Wer wer ist, kann dabei niemand so genau sagen. Der amerikanische Autor des Buchs „Hipster“ Mark Greif vertritt die Ansicht, dass viele der Hipster-Antipathen selbst Hipster sind, solche waren oder eben Szenegänger werden möchten. Egal. Die ganze verdrehte Logik des Hipstertums ist für den Normalo ohnehin nur schwer zugänglich. Ein definitiv gutes Stichwort aber ist: Lachen. Oder zumindest (be-)lächeln. Denn ist der Hipster-Hype in Wirklichkeit nicht eine durch und durch ironische Erscheinung?

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