• Handmade, DIY, Eigenbau und Selbstgemacht – Der neue alte Trend

    by  • 15. März 2013 • Kunst und Design • 0 Comments

    Mode- Do it Yourself

    by RickChung.com

    Selbermachen und Selbstgemachtes liegen im Trend. Wohin das Auge reicht, sieht man fleißige Stricklieseln in Cafés, Vorlesungen und Straßenbahnen sitzen. Man stolpert in kleine Geschäfte, die Namen wie „Die Selbermacher“  tragen und niedliche Strickmützen, selbstgenähte Taschen und individuelle Kleidung anbieten. Hier und da läuft der aufmerksame Passant gar an regenbogenfarbenen Baumstämmen und eingestrickten Parkuhren vorbei – Guerilla- oder Urban-Knitting nennt sich die Strickkunst im öffentlichen Raum. Fest steht: Die Entwicklung geht zum Selbermachen, die Lust am Kreativsein wächst stetig. Do it yourself – oder kurz: DIY ist Megatrend.

    Die DIY-Bewegung wird gerne als neuer Trend angepriesen, ist aber eigentlich schon ein etwas älteres Kind, das in den Sechzigerjahren in den USA geboren wurde. Von dort schwappte die Welle nach Deutschland über. Das Kürzel DIY stammt ursprünglich aus der alternativen Punkszene der USA und betitelte Magazine und Radiostationen, die sich von dem Mainstream abseilten.

    Die DIY-Parole: Produzieren statt konsumieren

    In einer Zeit, in der alles im Überfluss vorhanden und für wenig Geld erwerbbar ist, steigt die Sehnsucht nach Selbstgemachtem. Zeit und Leidenschaft bedarf es, möchte man sich einen eigenen Pulli stricken, eine Mütze häkeln oder ein Kleid nähen – umso höher ist die Wertschätzung des entstehenden Produktes. Was früher notwendig war, ist heute ein Lifestyle, eine Denkweise und Ausdruck eines alternativen Lebensstils – Produzieren statt Konsumieren lautet das Motto der Kreativitätsoptimisten.

    Doch nicht nur traditionelle Handarbeitstechniken, die früher als spießig galten und ausschließlich Großmutters Aufgabe waren, haben ein neues Image gewonnen und den DIY-Fashiontrend geboren – auch in der Küche greift Selbermachtrend um sich. Daneben sprießen Wohnzeitschriften aus dem Boden und bieten dutzendfach Ideen und Inspiration für kreative Dekoaccessoires und Co. DIY ist nicht immer billiger und nicht immer besser – vielmehr möchte die Szene der Eigenbauer ein Zeichen gegen den Konsum setzten und versteht sich darüber hinaus als Anti-Mainstream. Zwar setzt sich auch das Selbstgemachte zu weiten Teilen aus Gekauftem zusammen – aber es ist der durchdachte Konsum. Die Materialien werden sorgfältig ausgewählt und ebenso behandelt und verarbeitet. Die intensivere Auseinandersetzung mit dem Material und dem Entstehenden schafft eine enge Beziehung und führt zu hoher Wertschätzung.

    Selbstgemachtes im Internet kaufen und verkaufen

    Natürlich breitet sich der Handmade-Trend auch im Internet rasant und unaufhaltsam aus. Etliche Blogs geben Inspiration und stellen Anleitungen zum Selbermachen bereit. Mittlerweile existieren jede Menge Plattformen und Online-Shops, über die Kreative ihre DIY-Artikel verkaufen – inwieweit ist der Trend dann überhaupt noch Anti-Konsum? Eine Rolle spielt hierbei wohl, dass die Produkte meist nur in geringen Stückzahlen angeboten werden. Es ist also auch der Wunsch, etwas Individuelles und Einzigartiges zu erwerben. Insofern ist DIY gleichfalls eine Gegenbewegung bzw. ein Abheben von dem Einheitstrend der großen Modeketten.  Zudem hat der Kunde hier die Möglichkeit, den direkten Kontakt zum Verkäufer und Hersteller des Artikels aufzunehmen – der Wunsch nach transparenterem Konsum wird befriedigt.

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